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Frau Renate Heimsoth, 68 Jahre, wohnhaft in Bremen erlebte im Alter von 24 Jahren die Sturmflut am 17.02.1962 in Bremen.

Am 16.Februar besuchte sie zusammen mit ihrer Schwester ihre Eltern in Hamburg und kam bereits auf der Rückfahrt nach Bremen in die ersten Auswirkungen des Sturmes. Trotzdem rechnete niemand mit einer Sturmflut, da auch am Abend des 16. Februars keine Sturmflutwarnung durchs Radio durchgegeben, sondern lediglich von einem Ansteigen der Pegelstände berichtet wurde.

Zu dieser Zeit lebte sie mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in einer Parzelle in Seehausen.

Die Familie wurde in den frühen Morgenstunden des 17. Februars von einem Nachbarn mit den Worten: „Aufstehen! Der Deich in Seehausen ist gebrochen!“ geweckt. Schlaftrunken zogen sie sich an. Ihr Mann brachte dann als erstes ihr Kind in Sicherheit zu ihren Schwiegereltern, die hinter dem Deichschart wohnten. In der Zwischenzeit hatte Frau Heimsoth alle wichtigen Unterlagen zusammengepackt. Das Wasser kam mittlerweile schon über die Wiesen gekrochen. Mit einem kleinen Handwagen brachten sie die wichtigsten Besitztümer in Sicherheit. Ebenfalls versuchten sie, einige Möbel hochzustellen, um dem größten Schaden vorzubeugen. Da sie damals in sehr ärmlichen Verhältnissen lebten und froh waren, ein Dach über dem Kopf zu haben, war, laut Frau Heimsoth, an Schutzmaßnahmen im Vorhinein nicht zu denken. Jedes Häuschen in dem Parzellengebiet war von einem kleinen Graben umgeben, was es dem Wasser noch leichter machte, voranzuschreiten. Das Wasser erreichte in dieser Nacht einen Pegelstand von ca. 90 cm und der Großteil der Möbel wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Bremer auf der anderen Seite des Deiches wurden im Schlaf vom Wasser überrascht und ertranken in den kalten Fluten, bevor sie sich retten konnten.

Einige Zeit später kamen bereits Schlauchboote der Bundeswehr, um Menschen aus dem Parzellengebiet zu evakuieren.

Am nächsten Tag erkundigte sich Frau Heimsoth als erstes nach ihrer Schwägerin und deren Familie, die aber vom Wasser verschont geblieben waren.

Frau Heimsoths kleine Familie lebte nach der Sturmflut weiter in dem feuchten Haus, bis sie eine andere Wohnung in Bremen gefunden hatte.

„Das wichtigste ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren und Menschen, die in Not sind zu helfen und sich dann selbst in Sicherheit zu bringen. Außerdem sollte man alle wichtigen Papiere griffbereit haben, damit es im Ernstfall schnell geht!“

Frau Heimsoth würde rückblickend nichts anders machen. Allerdings räumt sie ein, dass es heutzutage einfacher ist andere Menschen zu informieren und den Notruf auszulösen.